Du kannst mehr Mathe, als du denkst: Anna-Maria Schmidt

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Du kannst mehr Mathe als du denkst


Anna-Maria Schmidt


Anna-Maria Schmidt liebt Zahlen ebenso wie Noten. 

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Du hast eine turbulente Zeit hinter dir: Erst gewinnst du die ZDF-Castingshow "Musical Showstar 2008" und plötzlich kennt dich ganz Deutschland! Das muss ganz schön aufregend sein! Wie fühlst du dich dabei?
Insgesamt fühle ich mich sehr gut. Natürlich ist die Zeit des Castings auch anstrengend gewesen, aber wenn sich die Mühen dann auf diese Weise auszahlen, dann ist das alles schnell vergessen. Im Moment freue ich mich einfach sehr auf die Möglichkeiten, die diese Castingsendung mir eröffnet hat.

Wie geht es jetzt für dich weiter – wirst du dein Mathematik-Studium fortsetzen?
Ja, auf jeden Fall. Natürlich möchte ich gern die Chance nutzen und im Bereich des Musicaldarstellers erste Erfahrungen sammeln. Dennoch ist es heutzutage sehr wichtig, dass man einen gesunden Realismus nicht verliert. Deshalb werde ich nebenbei mein Studium weiter verfolgen und hoffentlich Ende nächsten Jahres abschließen.  

Du hast den Sprung in die Herzen der Musical-Fans geschafft. Das ist nicht gerade die typische Karriere einer Mathestudentin. Wie kamst du dazu, dich bei der Castingshow zu bewerben?
Ich singe schon sehr lange und bekomme seit acht Jahren privat Gesangsunterricht. Auch mit dem Chor, dem ich seit meinem 12. Lebensjahr angehöre, haben wir schon einige kleinere Musicalshows gespielt. Als ich dann den Trailer zu „Musical Showstar 2008“ im ZDF gesehen habe, dachte ich `warum nicht? `. Auf der einen Seite wollte ich schon immer mal wissen wie so ein TV Casting abläuft und auf der anderen Seite wollte ich gern mal den Thomas Gottschalk kennenlernen. Also habe ich mich im Internet über die Teilnahmebedingungen erkundigt und mich dann angemeldet.

Gibt es für dich einen Zusammenhang zwischen Mathematik und Musik?
Oh ja, Mathematik und Musik hängt meiner Meinung nach sehr eng zusammen. Angefangen bei der Musiktheorie lässt sich in der Harmonielehre vieles durch Logik erklären. In den Musikwissenschaften kommt man um Statistik nicht herum. Und letztendlich sind die einzelnen Klänge der Musik nichts anderes als physikalische Schwingungen, die wir mathematisch beschreiben können. Viele gute Musiker sind auch gute Mathematiker… umgekehrt gilt das aber nicht immer. [lacht]

Warum hast du dich dazu entschieden Mathematik zu studieren? Gehörte Mathematik schon in der Schule zu deinen Lieblingsfächern?
Ich hatte das Glück in der Oberstufe einen wirklich tollen Mathematiklehrer zu bekommen. Mathematik hat mir schon immer sehr gelegen, aber dieser Lehrer hat mir gezeigt wie viel Spaß dies auch machen kann. Außerdem war ich auch ein wenig vorbelastet durch meine Eltern. Sie haben beide Mathematik und Physik studiert.

Was würdest du Abiturienten raten, die überlegen ob sie Mathematik studieren sollen? Einige wagen diesen Schritt aus Angst vor einem zu anspruchsvollen Studium ja erst gar nicht, auch wenn das Interesse da ist.
Eine gewisse Angst ist sicher nicht ganz unbegründet, denn das Mathematikstudium ist wirklich sehr anspruchsvoll. Aber meiner Meinung nach muss man kein Genie sein, um dies zu schaffen. Mit etwas Fleiß und Liebe zum Fach ist das ebenso möglich.
Zu Beginn des Studiums wird an vielen Universitäten ein so genanntes 3-wöchiges Propädeutikum oder auch 0. Semester angeboten. Hier werden die zukünftigen Erstsemester von Studenten höherer Semester unterrichtet, um ihnen einen Einblick in das Studium zu geben und den Übergang zwischen Schule und Studium zu erleichtern. Dies kann ebenso wie alle öffentlichen Anfängervorlesungen genutzt werden, um sich ein Bild vom Mathematikstudium zu machen.   
Außerdem ist es wichtig zusammenzuarbeiten. Ich kenne kaum ein Studienfach, indem so oft in Lerngruppen gearbeitet wird wie in der Mathematik. Gemeinsam lassen sich kleine Tiefs auch viel schneller überwinden.

Hast du eine besondere Erinnerung an deinen Matheunterricht in der Schule?
Ich erinnere mich ganz besonders gern an die letzten zwei Schuljahre im Mathe-Leistungskurs zurück, das war wirklich eine schöne Zeit. Wir hatten damals bereits einen der ersten graphikfähigen Taschenrechner im Einsatz. Das Thema Kurvendiskussionen hat mir dabei ganz besonders viel Spaß gemacht. Das war Mathematik zum Anfassen!

Wir nehmen mal an, du hattest immer eine Eins in Mathe?
Hmm…das kann man so nicht sagen. Ich war vielmehr ein Fan vom Sammeln verschiedener Noten. Wenn ich mich recht erinnere befanden sich bereits alle Noten von Eins bis Vier als Mathezensur auf einem meiner Zeugnisse.

Was genau ist es, das dich an Mathematik so fasziniert?
Die Logik. Oft ist es so, dass man lange braucht um hinter ein Problem zu kommen, aber wenn man den Dreh erst einmal raus hat, dann ist es oftmals ganz einfach. Und diese Erkenntnisse hat man nicht nur in der Schulmathematik sondern auch in der höheren Mathematik.

Hast du eine Lieblingszahl?
Nein, eigentlich nicht.

Gibt es einen Mathematiker, der für dich ein besonderes Vorbild ist?
Wir haben einen unglaublich netten und kompetenten Mathematikprofessor in Göttingen Prof. Preda Mihailescu. Er bewies 2002 die Catalan`sche Vermutung, ein Problem, an dem Mathematiker über 150 Jahre gearbeitet haben.
Ich habe vor einigen Semestern ein Seminar bei ihm belegt.
Wobei er weniger ein Vorbild ist, dem ich nacheifern möchte, als vielmehr eine Person, vor deren fachlichen Kompetenzen und Persönlichkeit ich großen Respekt habe.

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?
Zuallererst möchte ich mein Studium erfolgreich abschließen und mich dabei im musikalischen Bereich fortbilden. Dann wär es schön, wenn ich in diesem Bereich auch einige berufliche Erfahrungen sammeln könnte, denn in den Beruf der Lehrerin könnte ich auch noch etwas später einsteigen.

Bitte vervollständige uns noch den Satz: "Mathe zählt, weil...
…sie in jedem Lebensbereich von Bedeutung ist, in jeder Berufsausbildung gefragt ist und benötigt wird. Ein Fach, um das man nicht so schnell herumkommt."

                                           


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