Du kannst mehr Mathe, als du denkst: Das Mathelied zum Jahr der Mathematik: "Du kannst mehr Mathe als du denkst!"

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Du kannst mehr Mathe als du denkst


Das Mathelied zum Jahr der Mathematik: "Du kannst mehr Mathe als du denkst!"

Redaktion: Pelemele, wie seid ihr als Band auf die Idee gekommen, ein Mathelied zu schreiben?
Paulus: Naja, weil Mathe eben überall drin steckt und man mit Mathe Vieles erklären kann. Wir haben uns zum Beispiel im Proberaum darüber unterhalten, wie der Verzerrer bei der Gitarre funktioniert. Wenn man das haargenau erklären will, dann kommt man nicht ohne Mathe aus.
Florian: Sowieso lässt sich Musik ja ohne Mathematik gar nicht vorstellen. Das merkt man ja schon an Bezeichnungen wie ‚Ganze Note’ oder ‚Viertel Note’, Dreivierteltakt etc. Und wenn man sich einzelne Töne genau anschaut, lassen die sich ja auch mit Kurven beschreiben - eben mit der Sprache der Mathematik.

???aural:Bildanfang???Fünf Männer stehen und sitzen wie eine Pyramide angeordnet in einem Planschbecken."Auf der Bühne bauen wir gerne eine dreieckige Pyramide aus uns." Foto: Pelemele???aural:Bildende???

Redaktion: Christoph, Paulus, Florian, Andi und Andreas: Wann braucht ihr als Musiker Mathematik?
Florian: (lacht) Zum Beispiel, wenn man CDs verkauft und ausrechnen muss, wie viel Rückgeld jemand kriegt.
Andreas: Haha, genau. Aber im Ernst: Als Schlagzeuger braucht man zum Beispiel recht oft Mathematik. Takte zählen, Geschwindigkeit richtig einzählen und und und… Aber das merkt man dann meist eben nicht. Man kann halt echt mehr Mathe als man denkt.
Christoph: Zum Beispiel bei den Aufnahmen zum Mathe-Song. Da habe ich die Noten für die Bläser – also Trompete, Posaune und Saxophon – geschrieben, und beim Noten schreiben muss man immer rechnen. Die einzelnen  Blasinstrumente sind nämlich unterschiedlich gestimmt. Man schreibt also unterschiedliche Noten, aber es klingt nachher gleich. Um das zu verstehen, braucht man wirklich Mathe.
Andi: Mathematik braucht man als Musiker auch beim Texten von Liedern. Wenn wir eine Melodie im Kopf haben, versuchen wir, einen Text dazu zu schreiben. Manchmal passt das rhythmisch dann einfach nicht. Da bleibt nur eins: Man muss die Silben zählen und gucken, wie viele Wörter man in der Melodie unterbringen kann.

Redaktion: Mathematik braucht man also beim Schreiben von Liedtexten. Hat denn aber der Aufbau eines Liedes auch etwas mit Mathe zu tun?
Paulus: Absolut. Es klingt zum Beispiel komisch, wenn die erste Strophe zwölf Takte hat und die zweite dann elf. Das geht gar nicht. Da hört man dann sofort, dass da was falsch ist.
Florian: Und bei vielen Liedern könnte man den musikalischen Aufbau mit einer steigenden Kurve beschreiben. Das kann man auch gut am Mathe-Song sehen: Die Zahl der Instrumente die mitspielen und die Stimmen die später mitsingen steigt gegen Ende. Das Lied wird also zum Ende hin immer voller. Es gibt eben sowas wie einen Höhepunkt.

Redaktion: Welche Tonart habt ihr für das Lied ausgesucht? Und in welchem Takt spielt ihr es und wie viele Noten kommen darin vor?
Andreas: Das Mathe-Lied ist im Viervierteltakt oder um genau zu sein im Vierviertel-Pi-Takt. Wer genau hinhört, hat das vielleicht gemerkt. Wir zählen 1,2,3,Pi. Aber eigentlich nur zum Spaß. Etwas ungewöhnlich ist die zwölftaktige Stropheneinteilung. Normalerweise hat man in der Popmusik vier oder acht Takte.
Christoph: Und Noten kommen im Lied so viele vor, da könnte man ganze Fußballstadien füllen. Wir können nämlich richtig viele Noten!

Redaktion: Wenn ihr ein Lied über Mathematik singt, dann hat euch sicher schon in der Schule Mathe Spaß gemacht!
Andreas: Meistens schon. Ich hatte in der Oberstufe Mathe-Leistungskurs.
Paulus: Es gab Zeiten, da habe ich überhaupt keinen Spaß an Mathe gehabt und war auch eher schlecht. Dann, mit einem neuen Lehrer, ist der Funke plötzlich übergesprungen und es hat echt richtig Spaß gemacht.
Andi: Mir hat Mathe immer ziemlich viel Spaß gemacht. Deswegen bin ich auch Diplom-Ingenieur geworden, da braucht man während des Studiums viel Mathe. Und jetzt studiere ich Physik – da geht ohne Mathe sowieso nichts.

Redaktion: Pelemele, rechnet ihr euch Chancen aus, dass euer Mathelied Nummer Eins in den Charts wird?
Paulus: Eher weniger. Die Wahrscheinlichkeit ist so eins zu einer Million, schätze ich mal. Die Chancen wären dann - glaube ich -  ungefähr hundertmal besser, als im Lotto sechs Richtige zu Gewinnen. Aber leider können wir das ja nicht entscheiden, dies wird an den Verkaufszahlen gemessen. Das heißt: Wenn ein Song in die Charts kommt, hat das auch viel damit zu tun, wie viel Werbung dafür gemacht wird.
Andi: Aber wir könnten ja die Mathe-Song-Charts aufmachen. Ich wette, da wären wir sofort auf Platz Eins! (alle lachen)

???aural:Bildanfang???Fünf Männer stehen mit verschiedenen Musikinstrumenten auf einer Wiese.  "Mathematik braucht man als Musiker auch beim Texten von Liedern. Wenn wir eine Melodie im Kopf haben, versuchen wir, einen Text dazu zu schreiben", sagen Christoph, Andreas, Paulus, Florian und Andreas. Foto: Pelemele???aural:Bildende???

Was fasziniert euch denn besonders an Mathematik?
Christoph: Dass es manchmal mit Mathe viel einfacher ist, etwas zu erklären, als man es mit Worten je könnte.
Florian: Mathe kann ja auch richtig abgefahren sein, wenn man zum Beispiel wie so etwas wie Unendlichkeit nachdenkt.

Redaktion: Braucht ihr wirklich Instrumente, um Musik zu machen? Kann nicht der Computer alleine Lieder komponieren?
Andreas: Man kann mit reiner Mathematik ohne Probleme Musik machen. Elektronische Musik mit dem Computer zum Beispiel. Gar kein Problem, das kann der Computer sogar ganz alleine. Man kann einen Computer sogar so programmieren, dass er von selber Songs schreiben kann.
Paulus: Genau. Aber dann fehlt etwas. Das Gefühl, Feeling, Soul oder wie immer man es nennen will. Genau aus diesem Grund machen wir ja "handgemachte" Musik. Aber wir benutzen natürlich schon Instrumente, die ohne Mathematik nicht denkbar wären...
Florian: … mein Keyboard zum Beispiel...
Paulus: …aber wichtig ist, dass da Gefühl drin ist oder Magie oder wie auch immer man das nennen will. Und das kann man nur erreichen, wenn man die Musik selber spielt. Dafür braucht man den Menschen mit seinen Gefühlen.
Andi: Und gute Musik rockt oft eben auch deswegen, weil kleine Ungenauigkeiten drin sind, also eigentlich Fehler, die sich dann aber im Gesamten toll anhören. Die machen dann die Musik ein bisschen weniger perfekt, und das ist oft viel schöner, als glatte, vom Computer gemachte Musik.
Christoph: Aber trotzdem steht fest: Ohne Mathe könnten wir eigentlich nicht Musik machen.

Redaktion: Bei euren Auftritten findet ihr auf der Bühne auch geometrischen Formen. Da sind zum Beispiel die Lichtkegel der Scheinwerfer, die rechteckigen Verstärker oder der Halbkreis eurer Zuhörer vor der Bühne.
Paulus: Was wir gerne machen ist, eine Pyramide zu bauen, aus uns selber. Die ist dann dreieckig.
Flo: Aber ich will nicht wieder unten sein beim nächsten Mal, okay?
Paulus: (lacht) Versprochen! Aber im Ernst: Uns ist natürlich das Publikum am Liebsten. Und am Besten ist es, wenn es nicht im Halbkreis um die Bühne steht, sondern direkt an der Bühne. In einer geraden Linie.

Redaktion: Auf dem Foto tragt ihr Fußball-Trikots. Welche Zahl habt ihr jeweils auf dem Rücken? Gibt es dazu eine Geschichte?
Andreas: Hm, der Andi hat die 78, ich die 999, Paulus die 42.
Paulus: Ja, ich hatte die 42 ... Die 42 kommt in dem Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" vor. Eine riesige, von Mäusen gebaute Rechenmaschine errechnet die Zahl als Antwort auf die wichtigste Frage im Universum. Die Maschine rechnet aber so lange, dass niemand mehr die eigentliche Frage zur Antwort weiß. Deswegen kann niemand mit der 42 etwas anfangen. Die Geschichte ist wirklich lustig. Das hat mir gefallen

Redaktion: Hilft euch Mathe auch privat?
Florian: Na klar, wie bei jedem anderen Menschen auch. Schließlich muss man ja ausrechnen, was zum Beispiel die eigenen Walrösser auf den Montag hochgerechnet so verputzen, wenn man nur einmal im Monat zur Futterhandlung will. (lacht)
Paulus: (lacht) Ja klar Flo, Walrösser! Du hast höchstens Mäuse zuhause.
Mir hilft Mathe bei meinem absoluten Lieblingshobby. Dem Kochen. Wenn ich zum Beispiel ein Rezept für vier Personen habe und will aber zehn Leute einladen, dann muss ich  ausrechnen, wie viel mehr von den Zutaten ich einkaufen muss.

Redaktion: Wenn Ihr zum Abschluss noch folgenden Satz (als Band) ergänzen könntet: 

Mathe zählt, weil…
...wir ohne Mathe gar keine Musik machen könnten, und es kein Mathelied gäbe. Und wir haben echt gemerkt: Wir können mehr Mathe als wir denken!



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